Betriebliche Altersversorgung vor einem Comeback? – ein Plädoyer

Das Gespenst der Altersversorgung und Ihr Geisterjäger: Die betriebliche Altersversorgung

Schon seit einiger Zeit ist klar, dass die Umlagefinanzierung der staatlichen Rentenversicherung in absehbarer Zeit zu kollabieren droht, da immer weniger Erwerbsfähige einer steigenden Anzahl von Rentnern gegenüberstehen. Die betriebliche und die private Altersversorgung leiden stark unter der lockeren Geld- und der Null- und Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Das sind beunruhigende Entwicklungen. Das Gespenst der Altersarmut geht um und beschäftigt die Menschen im Lande. Alles nur Panikmache? Vielleicht.

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Das Gespenst der Altersarmut geht durch Deutschland: Ist bAV hier eine Lösung?

Andererseits steht fest, dass immer mehr Menschen schon heute nicht von ihrer Rente leben können. Selbst reiche Bundesländer blicken einer wachsenden Armut gerade von älteren Menschen entgegen – wenn auch im internationalen Vergleich auf tiefem Niveau. Die Notwendigkeit, sich über die staatliche Rente hinaus zusätzlich abzusichern, liegt auf der Hand, ist aber leider noch nicht überall in den Köpfen der Menschen angekommen. Laut einer Umfrage weiß zum Beispiel etwa jeder Fünfte nichts vom gesetzlichen Anspruch auf Entgeltumwandlung und die Vorteile, die sich daraus ergeben. Dazu kommt – je tiefer das Einkommen, desto weniger wird in die Vorsorge investiert. Es ist daher nur folgerichtig, dass CDU, CSU und SPD im Koalitionsvertrag festgelegt haben, die betriebliche Altersversorgung (bAV) stärken zu wollen. Es sollten insbesondere Voraussetzungen geschaffen werden, damit Betriebsrenten auch in kleinen und mittleren Unternehmen eine höhere Verbreitung finden – denn gerade KMUs können im Bereich Employer Branding von solchen Methoden der Entgeltoptimierung profitieren. Ähnliche Initiativen laufen auch auf Europäischer Ebene. Als moderner Arbeitgeber bieten sich also genug Möglichkeiten den heutigen Angestellten die Angst vor dem älter werden zu nehmen – und dabei nicht nur sozial tätig sondern auch als starker Arbeitgeber präsent zu werden.

bAV für Arbeitnehmer: Besonders für junge Arbeitnehmer ist das Thema spannend.
bAV für Arbeitnehmer: Besonders für junge Arbeitnehmer ist das Thema spannend.

Die große Waffe der KMUs?

Die betriebliche Altersversorgung zu stärken, ist ein guter Hebel. Denn heute sind lediglich ca. sechs von zehn sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Rahmen einer betrieblichen Altersversorgung versichert. Die bAV-Beteiligungsquote hängt zudem von der Betriebsgröße ab – je kleiner der Betrieb, desto weniger Beschäftigte verfügen über eine entsprechende Anwartschaft. Es ist deshalb positiv zu bewerten, dass die betriebliche Altersvorsorge zusätzlichen Rückenwind erhält, vielleicht sogar vor einem veritablen Comeback steht: Die US-Notenbank hat den Leitzins kürzlich leicht nach oben geschraubt. Die Inflation in Europa zieht an und es ist wahrscheinlich, dass die EZB früher oder später auch über eine Zinskorrektur nachdenken muss. Es ist also der richtige Zeitpunkt für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sich mit betrieblicher Altersversorgung zu beschäftigen und das Thema anzugehen. Es lohnt sich für beide Seiten – eine klare Win/Win-Situation für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Den Anspruch, bis zu 3.096 Euro vom Jahresbrutto steuer- und abgabenfrei in die betriebliche Altersversorgung zu investieren (Entgeltumwandlung), haben Arbeitnehmer bereits seit 2002.

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Unterschiedliche Situationen, unterschiedliche Konzepte: Sollten Sie bAV einsetzen wollen, geht eine umfassende Beratung vor!

Für die Umsetzung einer solchen betrlieblichen Altersversorgung gibt es vier Durchführungswege: Direktversicherung, Unterstützungskasse, Pensionsfonds und Pensionskasse – entscheidend ist hierbei natürlich immer die letztendliche individuelle Situation des Unternehmens.Welche Umsetzung für Sie am spannendsten ist, sollte ein persönliches, ausführliches Beratungsgespräch zeigen.

Und jetzt ist Ihre Meinung gefragt: Was halten Sie von einem Comeback der betrieblichen Altersversorgung? Gute Idee oder doch lieber andere Maßnahmen ergreifen? Teilen Sie den Artikel und schreiben Sie mir Ihre Meinung in die Kommentare oder an t.zuliani@benefit-portal.net.

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