Arbeitgebermarke erstellen: Mit diesen 4 Fragen geht es ganz schnell!

Wie erstellt man eine Arbeitgebermarke? In 4 einfachen Fragen zum Ziel!

Dass bewährte Marketing-Methoden in Zeiten des „War on Talents“ auch im Personalmarketing greifen, ist eine Selbstverständlichkeit und auch keine neue Erkenntnis, wird aber – gerade in Deutschland – noch wenig erkannt. Das ist erstaunlich. Denn die Erfolge jener Unternehmen, die es geschafft haben, eine glaubhafte und stimmige Arbeitgeber-Brand aufzubauen, sprechen für sich. Sie haben im Personalmarkt die besseren Karten in der Hand. Noch besser: Sie sind insgesamt wirtschaftlich erfolgreicher. Entsprechende Studien zeigen das auf.

Es stellt sich die Frage, warum das Thema Employer Branding hierzulande immer noch stiefmütterlich behandelt wird – obwohl es doch mittlerweile so viele einfache Möglichkeiten des Employer Brandings in Form von Mitarbeitervorteilen gibt. Nun, das mag damit zu tun haben, dass der Aufbau einer Arbeitgebermarke gar nicht so einfach ist. Was eine Marke verspricht, muss sie auch einlösen. Employer Brands wirken nach innen genauso wie nach außen. Wird das Markenversprechen nicht eingelöst, dann funktioniert die Brand schlicht nicht. Sie bleibt leeres Versprechen, was insbesondere von den eigenen Mitarbeitern schnell wahrgenommen und entsprechend bewertet wird. Portale wie kununu oder Glassdoor, die Arbeitgeber aus Bewerber- oder Mitarbeitersicht bewerten, leisten dann ihren Beitrag, die unstimmige Marke öffentlich zu entlarven.

Eigentlich kompliziert, aber dann doch ganz einfach: Unser Mini-Leitfaden Employer Brand

Auch wenn es ist nicht so einfach ist, eine stimmige Brand aufzubauen, was das Große und Ganze angeht, kann man versuchen für den Anfang alles auf die ersten Schritte runterzubrechen. Und wie in der Journalismus-Schule geht es dabei um die grundlegendsten Fragen, die man sich stellen kann. Im Prinzip geht es „nur“ darum die folgenden 4 offenen Fragen zu beantworten.

Schritt 1: Bringen Sie sich selbst zum Interview! employer branding arbeitgebermarke erstellen leitfaden how to
Schritt 1: Bringen Sie sich selbst zum Interview!

Wie wollen wir sein?

Ein Unternehmen ohne Vision, ohne „Heiligen Gral“, schwimmt in der Masse. Sich zu unterscheiden, macht erfolgreich. BMW, zum Beispiel bringt die eigene Auto-Vision im Werbeslogan treffend auf den Punkt: „Freude am Fahren“. Unser Produkt ist nicht nur ein zuverlässig funktionierendes Neutrum („das Auto“), es soll Spaß machen.

Das weltweit erfolgreichste Unternehmen, Apple, steht auch für eine klare Vision: „Wir stoppen alles, was für den User nicht nützlich ist“. Steve Jobs hat das bei Apple ehern durchgesetzt. Das iPhone, war bei Markteinführung der Konkurrenz, insbesondere was die intuitive Bedienung betrifft, dementsprechend um Längen voraus.

Zugegeben, nicht jedes Unternehmen, stellt Produkte her, die so sexy sind wie schnelle Autos oder schicke Mobiltelefone. Die beiden Beispiele sollen lediglich aufzeigen, dass das Erfolgsprinzip „Unterscheidbarkeit“ funktioniert.

So auch bei Employer Brands: Wie ist es, hier zu arbeiten? Wie sieht es da aus? In welcher Atmosphäre bewege ich mich da? Wie arbeiten die Menschen zusammen? Welcher Führungsstil herrscht? Und nicht zuletzt: Was ist für mich drin? Welche Benefits bietet mein eventueller neuer Arbeitgeber? Lesen Sie hierzu auch unseren Blog zum Thema „Benefits“.

Wichtig in diesem Zusammenhang: Eine stimmige Arbeitgeberbrand setzt nicht zwangsläufig ein großes Budget voraus. Gut funktionierende Zusammenarbeit und eine entwicklungsfördernde angenehme Umgebung kann man (fast) gratis kriegen. Oft sind es auch die Kleinigkeiten, die es ausmachen.

Schritt 2: Sind Sie wirklich so, wie Sie zu sein glauben? employer branding arbeitgebermarke erstellen leitfaden how to fragebogen 2
Schritt 2: Sind Sie wirklich so, wie Sie zu sein glauben?

Wie sind wir wirklich?

Das ist die Kontrollfrage, um zu verhindern, dass leere Versprechen die Arbeitgebermarke aushöhlen. Hier ist eine konstruktiv, selbstkritische Haltung und Ehrlichkeit entscheidend. Denn hier geht es um die kulturelle Identität!

Versprechen Sie keine „offene Arbeitsatmosphäre und flache Strukturen“, wenn das Unternehmen hierarchisch funktioniert und die Menschen in Silos arbeiten. Das gleiche gilt für Benefits: Liefern Sie, was Sie ankündigen!

Schritt 3: Wo sitzt Ihre Zielgruppe eigentlich? employer branding arbeitgebermarke erstellen leitfaden how to fragebogen 3
Schritt 3: Wo sitzt Ihre Zielgruppe eigentlich?

Wen wollen wir über welche Kanäle ansprechen?

Um sich hier ein klares Bild zu verschaffen, sollten die Einflussfaktoren wie Branche, Produkt, Unternehmenskultur oder auch die geografische Lage beachtet werden. Diese Faktoren sind entscheidend, wenn es darum geht zu entscheiden, wen Sie wo, und wie (z.B. Kanäle) suchen.

Ein Startup der Digitalbranche muss auf Social Media, Mobile Recruiting, Job-Fairs und spezialisierte Job-Plattformen setzen. Das High-Tech Unternehmen sucht den Kontakt zu Unis. Der Optikerladen in der Provinz wird sich wahrscheinlich auf traditionellere und lokalere Medien verlassen.

Wenn in einem Unternehmen von Menschen erwartet wird, dass sie selbstorganisiert und selbstverantwortlich arbeiten, dann ist ein Kandidat der lieber soldatisch gehorchend Aufträge abarbeitet, definitiv der falsche Mann. Andersrum geht natürlich auch nicht. Kurz: Der „Cultural Fit“ ist wichtig.

Ansonsten gilt bei der Auswahl der richtigen Kanäle, dass es sich lohnt, unterschiedliche Möglichkeiten zu testen und vor allem auszuwerten, bis der richtige Mix gefunden ist.

Schritt 4: Wo sind noch lose Enden in Ihrem Unternehmen? employer branding arbeitgebermarke erstellen leitfaden how to fragebogen 4
Schritt 4: Wo sind noch lose Enden in Ihrem Unternehmen?

Was ist noch zu tun?

Der Aufbau und vor allem die Pflege einer Arbeitgebermarke sind aufwändig und bedürfen sorgfältiger, professioneller Planung. Noch wichtiger ist – wie schon ausgeführt – die konsequente Umsetzung. Keine leeren Versprechen. Unerfahrene Personalabteilungen sind gut beraten, sich professionellen Rat und Unterstützung zu holen. Für mich ist auf jeden Fall klar, der Aufwand lohnt sich und zahlt sich aus.

Und jetzt ist Ihre Meinung gefragt: Setzen Sie unseren Leitfaden bei sich in die Tat um! Oder haben Sie noch Fragen? Oder sogar einen erfolgreichen Case, den Sie gerne präsentieren möchten? Schreiben Sie uns einfach Ihre Meinung in die Kommentare oder an t.zuliani@benefit-portal.net.

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